Bei der Installation von Paragon NTFS for Mac werden Sie über die Benutzeroberfläche aufgefordert, „kextload“ in den Anmeldeobjekten zuzulassen und Ihren Mac neu zu starten. Auch bei Tuxera NTFS for Mac erscheint der Hinweis „Kernel-Erweiterung muss genehmigt werden“ ...

Seien Sie vorsichtig: Beim Einrichten von Paragon, Tuxera oder anderer NTFS-for-Mac-Software werden Sie häufig dazu angeleitet, Kernel-Erweiterungen (Systemkernel-Komponenten) zu aktivieren. Insbesondere bei Macs mit Apple Silicon müssen Sie dafür im Wiederherstellungsmodus sogar die Sicherheitseinstellungen Ihres Systems herabsetzen.
Tatsächlich ist für die Nutzung von NTFS-for-Mac-Software das Aktivieren solcher Kernel-Erweiterungen nicht zwingend erforderlich. Im Folgenden beantworten wir die Frage, wie sicher der Einsatz von Kernel-Erweiterungen ist und wie Sie NTFS-Laufwerke auf dem Mac auch ohne diese Systemeingriffe beschreiben können.
Ist es sicher, Kernel-Erweiterungen auf dem Mac zu aktivieren?
Eine Kernel-Erweiterung (kext) ist ein kleines Softwaremodul, das direkt in den macOS-Kernel – das Herzstück des Betriebssystems – eingebunden wird, um Funktionen wie Schreibzugriff auf NTFS-Laufwerke zu ermöglichen.
Man kann sich den Kernel als das „Gehirn“ von macOS und Kernel-Erweiterungen als „Zusatzmodule“ vorstellen, die den Funktionsumfang des Systems erweitern.
Das Aktivieren solcher Erweiterungen birgt jedoch systemweite Risiken – von Instabilitäten und Abstürzen bis hin zu Sicherheitslücken.
Die Apple-Support-Hinweise lauten dazu:
Kernel-Erweiterungen werden von macOS nicht empfohlen, da sie die Stabilität und Sicherheit des Systems beeinträchtigen können. Es ist ratsam, auf sichere Alternativen zurückzugreifen, die ohne Kernel-Erweiterungen funktionieren.
Teilen Sie diese Informationen, damit mehr Nutzer wissen, welche Risiken die Aktivierung von Kernel-Erweiterungen für NTFS-for-Mac-Software mit sich bringt.
NTFS-Laufwerke auf dem Mac beschreiben – ohne Kernel-Erweiterungen zu aktivieren
Das Aktivieren von Kernel-Erweiterungen ist nicht nur kompliziert, sondern kann auch unerwartete Risiken mit sich bringen. Ohne diese Aktivierung funktionieren Drittanbieter-NTFS-Treiber wie Paragon NTFS for Mac nicht.
Wir empfehlen daher, auf Tools wie Paragon NTFS for Mac, Tuxera NTFS for Mac und macFUSE-basierte kostenlose NTFS-Programme für Mac zu verzichten, wenn diese auf Kernel-Erweiterungen angewiesen sind.
Es gibt jedoch zwei Möglichkeiten, NTFS-Laufwerke auf dem Mac zu beschreiben, ohne Kernel-Erweiterungen zu aktivieren.
iBoysoft NTFS for Mac verwenden
iBoysoft NTFS for Mac ist ein professioneller NTFS-Treiber, der von Apple zertifiziert wurde. Im Gegensatz zu den meisten anderen NTFS-Programmen für macOS müssen Sie hierfür keine Kernel-Erweiterungen aktivieren.
Das Tool bietet zwei Modi: „Erweitert“ und „Einfach“. Im einfachen Modus können Sie NTFS-Laufwerke direkt auf dem Mac beschreiben – ohne zusätzliche Systemkonfigurationen oder das Aktivieren von Kernel-Erweiterungen.
Mit dieser NTFS-Software gehören Bedenken hinsichtlich Systemstabilität und Sicherheit durch Kernel-Erweiterungen der Vergangenheit an. Außerdem wird das Lesen und Schreiben von NTFS-Laufwerken unter macOS deutlich vereinfacht.
So funktioniert es:
- Schließen Sie Ihr NTFS-Laufwerk an den Mac an.
- Laden Sie iBoysoft NTFS for Mac kostenlos herunter, installieren und öffnen Sie das Programm auf Ihrem Mac.
- Klicken Sie auf Enable Writable und wählen Sie im Hinweisfenster den einfachen Modus („Simple mode“) > Mount.

Ab jetzt können Sie Dateien von Ihrem Mac auf das NTFS-Laufwerk kopieren sowie auf dem Volume Dateien bearbeiten, löschen oder umbenennen.
Hinweis: Im einfachen Modus sind keine weiteren Schritte erforderlich. Sie müssen allerdings das NTFS-Laufwerk nach jedem Anschließen erneut manuell als beschreibbar einbinden.
Im Gegensatz dazu erfordert der erweiterte Modus die Aktivierung einer Systemerweiterung und weitere Einrichtungsschritte. Dafür werden NTFS-Laufwerke beim Anschließen automatisch mit Lese- und Schreibzugriff eingehängt.
Empfehlen Sie dieses Tool gern weiter, falls auch andere NTFS-Laufwerke unter macOS ohne Kernel-Erweiterungen beschreiben möchten.
Das Laufwerk in ein macOS-kompatibles Dateisystem formatieren
Eine weitere Möglichkeit, unter macOS auf NTFS-Laufwerke zu schreiben, ohne Kernel-Erweiterungen zu aktivieren, ist das Umformatieren des Laufwerks in ein von macOS unterstütztes Dateiformat.
Kopieren Sie dazu zunächst die Dateien vom NTFS-Laufwerk auf Ihren Mac. Anschließend können Sie das Laufwerk in ein mit macOS kompatibles Dateisystem wie APFS, Mac OS Extended (HFS+), FAT32 oder exFAT formatieren. Von diesen Formaten werden FAT32 und exFAT sowohl von Mac als auch von Windows unterstütz.
Wenn sich viele Dateien auf Ihrem NTFS-Laufwerk befinden, kann die Übertragung auf den Mac entsprechend zeitaufwendig sein. In diesem Fall empfiehlt es sich, iBoysoft NTFS for Mac zu verwenden, um schnellen Lese- und Schreibzugriff auf das NTFS-Laufwerk direkt auf Ihrem Mac zu erhalten.
So formatieren Sie das NTFS-Laufwerk neu:
- Schließen Sie das NTFS-Laufwerk an Ihren Mac an.
- Öffnen Sie das Festplattendienstprogramm.
- Wählen Sie das NTFS-Laufwerk aus (das gesamte Laufwerk, nicht nur die Partition).
- Klicken Sie auf „Löschen“.
- Geben Sie einen Namen ein, wählen Sie das gewünschte Format und legen Sie das Schema „GUID-Partitionstabelle“ fest.

- Klicken Sie auf „Löschen“ und warten Sie, bis der Vorgang abgeschlossen ist.
Wenn Ihnen dieser Beitrag zum Umgang mit NTFS-Laufwerken am Mac ohne Kernel-Erweiterung weitergeholfen hat, teilen Sie ihn gerne über den folgenden Button.
